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Romeo & Julia

Shakespeare

LIEBE MACHT TOD

Als Sinnbild bedingungsloser Liebe und Treue bis in den Tod sind sie unsterblich geworden. Die Geschichte der beiden Liebenden, die an der erbitterten Feindschaft ihrer Familien zugrunde gehen, ist bis heute Shakespeares meistgespieltes Drama.

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Statt ihre Liebe aufzugeben und der jeweiligen Familientradition zu gehorchen, wählen Romeo und Julia schließlich den Freitod – und hinterlassen dem Publikum ihr Territorium der unerfüllten Träume, verborgenen Wünsche, Visionen und zeitlos poetischen Gedanken ....

Was fangen wir mit diesem Liebesvermächtnis an?
Die Tragödie von Romeo und Julia fand und findet auf der ganzen Welt statt: Überall wo aus politischen, religiösen oder geschäftlichen Gründen Menschen davon abgehalten werden, zueinander zu kommen oder beieinander zu bleiben ...

Indem wir diese Geschichte weitererzählen, wollen wir darin erinnern, dass uns alle in Wahrheit viel weniger trennt, als interessierte Mächte sich seit jeher uns einzureden bemühn ...


Besetzung

Johanna Bronkalla
Bastian Hahn
Aylin Kekec
Frederick Lankau
Mélanie Linzer
Oliver Kai Müller
Ursula Stampfli

Premiere 17.09.22

Inszenierung: Christian Suhr

Spieldauer: 2 Stunden (eine Pause)

Presse

GROSS-GERAU - Da blicke einer durch am Ende der „Rosenkriege“. Die Gemengelage ist komplex. Wie in allen Königsdramen Shakespeares treten rund 35 Figuren auf, die sich gegenseitig bekriegen, umschmeicheln, ermorden und betrügen. Der Schlimmste war Richard III. (1452–1485), jedenfalls zeichnete Shakespeare auf diese Weise das Bild des Königs, so wie es das nachfolgende Haus Tudor vorgegeben hatte. Es lag in ihrem Interesse, den nach kurzer Herrschaft ermordeten Richard III. als Bösewicht der alten Herrscherfamilien zu brandmarken. Neue Forschungen haben ergeben, dass es wohl anders war. Shakespeare konnte sich um 1592 nur auf die Tudor-Überlieferungen berufen; für ein Königsdrama ein toller Stoff.

Richard III.: Das sich selbst liebende Schwein, der machthungrige Egomane, zu jeder Grausamkeit bereit, um den Thron zu besteigen, von dem er meint, dass er ihm zustünde. Nach vielen Demütigungen will er beweisen: Ich kann König. Unter der Regie von Christian Suhr zeigt die Büchnerbühne im Landratsamt Groß-Gerau das Psychogramm eines Staatsmanns, der zum Regieren nicht taugt, weil er sich mehr mit dem Lecken der eigenen Wunden und seiner Wut befasst als mit dem Wohl des Volkes.
Dabei verweist dieser Richard in die Gegenwart: Die Liste der Machthungrigen von heute ist ja lang; sie heißen Putin, Trump, Bolsonaro und so weiter: „Die Hölle ist leer, alle Teufel sind hier“, heißt es bei Shakespeare. Und dazu hämmert es rockend aus den Boxen: „The hell is empty“ – die Hölle ist leer.
Die Schauspielerriege um Suhr ist spitzenklasse. Sechs Personen spielen einen Haufen Figuren. Mit einer Perücke, Halskrause, einem Kleid verwandeln sie sich. Austauschbar sind sie schließlich, nur Glieder im Spiel um die Macht. Es kommt nicht darauf an, welcher Herzog gerade um den König herum dienert für den eigenen Vorteil und wer den Neffen ermorden soll. Und doch haben sie noch menschliche Regungen, Zweifel, Muttergefühle, Unschuld und immer wieder eine tiefe Traurigkeit. Die dichte Inszenierung und ein jährer Wechsel der Gefühle prägen diesen atmosphärisch intensiven Theaterabend.
Valerie Bolzano, Ursula Stampfli, Bastian Hahn und Leonard Schärf spielen sich sprachlich großartig ins Befinden ihrer Figuren hinein. Sie überzeugen durchweg mit bester Bühnenkunst bis zum mehrstimmigen Gesang. Mélanie Linzers melancholische Stimme vermittelt diffuse Sehnsucht – sie ist Richards seelischer Spiegel, das Volksgemüt, eine Kommentatorin, das Gewissen und die Hoffnung. Oliver Kai Müller verkörpert dagegen mit unbändiger Wucht die Gier und den Hass der Titelfigur. Er ist der Einzige, der seine Rolle im Stück beibehält. Als hinkender, in Schwarz gekleideter Punk macht dieser Richard in jeder Minute deutlich, dass er Liebe nicht kennt und sein Herz nicht verlieren kann, weil er herzlos ist. Wie ein hymnischer Ur- und Abgesang auf vergangene Zeiten klingt das vielstimmige schottische Traditional „The Parting Glass“ in dem es heißt: Den Schaden, den ich anderen zufügte, fügte ich mir selbst zu. Mit dieser Erkenntnis kommt das Drama fast zu einem guten Schluss.

19.10.20 Bettina Bergstedt, DARMSTÄDTER ECHO

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