Das BüchnerHaus

Georg Büchners Geburtshaus

In der Dauerausstellung „Von Goddelau zur Weltbühne“ präsentieren wir hier das Leben des Dichters, Republikaners und Naturwissenschaftlers. Der Eintritt für Einzelbesucher ist frei.

Allgemeine Besuchszeiten:
Freitag bis Sonntag 14 bis 18 Uhr
(Oktober bis März 13 bis 17 Uhr)
info@buechnerhaus.de
Tel: 06158 1886596
Weidstr. 9
64560 Riedstadt (Goddelau)

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 Winterpause vom 21.12.25.-14.02.26
Das Museum ist wieder geöffnet ab So. 15.02. 

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Exklusive Gruppenführungen

Dienstags ab 10:00 Uhr
Donnerstags 10:00 und 14:00 Uhr
Gruppenführungen für Schulen kostenfrei (maximal 35 Personen pro Führung)

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Themenführungen

vertiefen besondere Aspekte aus Büchners Leben und Werk. Im zweiten Quartal 26 beleuchten wir hier Büchners Verhältnis zur Literatur anhand seines Werkes LEONCE & LENA

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Theatralische Führungen

erweitern den Gegenstand der aktuellen Themenführung durch Schauspieler der BüchnerBühne.

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 Georg Büchner & die Natur

Die Natur war für Georg Büchner kein romantisches Sehnsuchtsidyll, sondern Gegenstand nüchterner Untersuchung – zugleich Spiegel einer Welt ohne tröstende Ordnung.

Sein Vater Ernst Büchner, Arzt und überzeugter Aufklärer, prägte den Sohn früh mit einem naturwissenschaftlichen Weltbild. Im Elternhaus in Darmstadt herrschte der Geist empirischer Beobachtung: Was zählt, ist das Messbare, Beweisbare. Diese Haltung trug Georg Büchner 1831 an die Universität Straßburg, wo er Medizin studierte und sich der vergleichenden Anatomie zuwandte.

In seiner preisgekrönten Dissertation über das Nervensystem der Barbe in Zürich widersprach der junge Forscher der damals vorherrschenden Naturphilosophie, die in der Natur einen zielgerichteten Stufengang vom Einfachen zum Komplexen, vom Tier zum Menschen sah. Büchner erkannte stattdessen: Die Natur folgt keinem Plan, der auf den Menschen zuläuft. Sie variiert nach eigenen Gesetzen, blind für menschliche Zwecke.
Diese Einsicht durchdringt sein literarisches Werk. Im „Woyzeck" ist der Mensch ein gehetztes Wesen, getrieben von Instinkten und sozialen Zwängen, der Natur ausgeliefert. Im „Lenz" wird die Gebirgslandschaft der Vogesen zum Echoraum eines zerfallenden Bewusstseins – keine heilende Kraft, sondern gleichgültige Gewalt.

Büchner verband naturwissenschaftliche Präzision mit künstlerischer Radikalität. Sein Blick auf die Natur war der eines modernen Menschen: ohne Illusionen, jedoch voller Mitgefühl für die Kreatur.

 Georg Büchner & die Literatur

Wer um 1830 in Deutschland Literatur schrieb, hatte — grob gesagt — drei Optionen: Man schrieb in der Nachfolge von Goethe und Schiller. Man schloss sich dem Jungen Deutschland an — Heine, Gutzkow, Börne — und verstand Literatur als politisches Instrument. Oder man zog sich ins Biedermeier zurück, in die Innenwelt, in die bescheidene Häuslichkeit.

Georg Büchner passt in keine dieser Schubladen.

Er ist Mediziner und Naturwissenschaftler. Er hält Vorlesungen über vergleichende Anatomie. Literatur ist für ihn keine Berufung im romantischen Sinne — sondern eine
andere Form des Sehens, des Untersuchens, des Einspruchs.
In einem Briet an seine Eltern vom 28. Juli 1835 schreibt er den Satz, der wie ein Manifest klingt: „Der Dichter ist kein Lehrer der Moral, er erfindet und schafft Gestalten, er macht vergangene Zeiten wieder aufleben, und die Leute mögen dann daraus lernen, so gut, wie aus dem Studium der Geschichte." Das ist kein romantisches Programm. Das ist eine Poetik des Körpers, der sozialen Lage, des Drucks
ler Verhältnisse. Zwanzig Jahre vor Flaubert, dreißig Jahre vor Fontane.
Büchner ist kein Schreibtischautor. Er hat den Hessischen Landboten mitverfasst — jene revolutionäre Flugschrift von 1834, die mit den Worten beginnt: Friede den Hütten! Krieg
den Palästen! Sein Mitautor, der Pfarrer Friedrich Ludwig Weidig, wurde verhaftet, gefoltert und starb im Gefängnis. Büchner floh. Wer das weiß, liest auch Leonce & Lena
das leichteste seiner Werke, anders.
„Das Verhältniß zwischen Armen und Reichen ist das einzige revolutionäre Element in der Welt.“ (Brief an den Verleger Gutzkow im September 1835)

Ein Schüler-Audioguide für Georg Büchner

Er war Hesse, er war jung und er hat eine ganze Menge bewegt: Georg Büchner, 1813 in Riedstadt-Goddelau geboren, in Darmstadt aufgewachsen, später Student in Gießen und Straßburg, Theaterdichter, Naturwissenschaftler und Rebell. Mit Freunden und anderen Weggefährten brachte er den Hessischen Landboten unters Volk, in dem er gegen die Mächtigen und für mehr Gerechtigkeit schrieb. Gründe genug für junge Menschen, sich auch heute mit Georg Büchner, der nur 23 Jahre alt wurde, auseinanderzusetzen. Schüler:innen der 9. Jahrgangsstufe der Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt haben genau das getan. Herausgekommen ist ein Audioguide durch Büchners Geburtshaus in Riedstadt-Goddelau für Jugendliche ab 12 Jahren.

Darin begleiten die Riedstädter Jugendlichen junge Besucher:innen des Büchnerhauses durch Georgs Leben, lassen ihn, seine Familie und Wegbegleiter lebendig werden und geben erste Einblicke in sein Werk.  

Das gelungene Gemeinschaftsprojekt „Museumslauscher“ entstand Im Frühjahr 2024 mit Unterstützung des Leiters des Büchnerhauses, Peter Brunner, der Klassenlehrerin Nina Drexler, von hr2-kultur/Literaturland Hessen, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie der Sparkassenstiftung Groß-Gerau.

Der Audioguide ist über einen QR-Code am Eingang zur Dauerausstellung im Büchnerhaus abrufbar.

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